Packen für die Hochtouren-Grundausbildung

Packen für die Hochtouren-Grundausbildung

Es ist soweit! Wir packen für die Hochtouren-Grundausbildung! Hoffentlich bleibt das Wetter in den Alpen noch etwas stabil, einen halben Meter Neuschnee und vereistes Blockgelände als Komplikation braucht man bei der ersten Hochtour für einen jungen Hund nicht wirklich.

Das Go vom Tierarzt war uns dieses Mal besonders wichtig, schließlich ist der „kleine“ Mann erst knapp acht Monate alt und die Wachstumsfugen noch lange nicht geschlossen. Dehalb trägt Loki keine Packtaschen, wir planen lange Pausen ein und halten die Wegstrecken und Höhenmeter auch sehr viel geringer, als sie es bei der ausgewachsenen Luzie waren – es geht ja in erster Linie um die Techniken. Saubere Grundlagen sind im Blockgelände, an Graten, Steigen und Hängen in teils hohen Steilheitsgraden einfach wichtig. Diese verschiedenen Geländeformationen werden wir in einem Gebiet, das wir sehr gut kennen, gezielt anlaufen.

Loki wird wahnsinnig viel Neues kennenlernen. Freilaufendes Almvieh, pfeifende Murmeltiere, die extremen Verhältnisse oberhalb der Baumgrenze. Und ganz viele nette Hütten und Menschen. Ich denke, er wird genauso Spaß daran haben wie einst unsere allerbeste Luzie!

Zum ersten Mal am Fels!

Zum ersten Mal am Fels!

Das war ein Spaß! Was hatten wir für ein schönes, sonniges Wochenende erwischt auf unserer ersten Fahrt in den Fels wieder als gemischtes Mensch-Hund-Dreierteam. Frisch frisiert, war Loki der große Charmeur am warmen Kalkstein auf der Schwäbischen Alb. Kletterer sind ja ohnehin ein sehr offenes Völkchen, und die meisten haben sich schon gern vom Nachwuchs-Bergdale ablenken lassen (natürlich nicht während des Sicherns – das versteht sich von selbst) und ihn ordentlich durchgeknuddelt.

Das Abseilgeschirr haben wir nur am Felsfuß zum Anbinden (wir waren ja selbst auch zum Klettern da) und zur Unterstützung bei ersten kleinen Schritten in Richtung Vertikale genutzt. Wirklich funktional werden wir es erst einsetzen, wenn seine Knochen und Gelenke sich besser gefestigt haben. Im Moment wabbelt er als Junghund einfach zu sehr herum und hat noch nicht ausreichend Körperspannung für mehr.

Insgesamt arbeiten wir gerade an vielen kleinen Stellschrauben. Gehorsam, Trittsicherheit, den Körper einsetzen – alles sehr nebenbei in kleinen Schritten, sodass es selten zu einer echten Lehrsituation kommt, sondern alles eher ganz normal Teil des Alltags ist. Das läuft alles völlig unaufgeregt ab. Neulich zum Beispiel wollte ich einfach mal schauen, wie ihm das Packtaschengeschirr passt, um abschätzen zu können, ob er auch erwachsen noch hineinpassen wird. Und was ist draus geworden? • klick hier •

Bei der ersten echten Bergtour wird er die Packtaschen allerdings noch nicht tragen. Damit warten wir, bis er mindestens eineinhalb Jahre alt ist. Schließlich wächst er noch. Und wächst. Und wächst …

Vom Welpen zum Alpinhund – die ersten Schritte

Vom Welpen zum Alpinhund – die ersten Schritte

Das Training von Loki hat inzwischen ziemlich Fahrt aufgenommen. Ehrlich gesagt ist er ein richtiger kleiner Streber – er versteht unglaublich fix, ist sehr geduldig und arbeitet wahnsinnig gut mit. So gut, dass ihm in der Hundeschule die Welpenspielstunde schnell zu langweilig war und er schon zwei Wochen früher in die Junghundstunde gewechselt ist. Auch im Alltag läuft bisher alles so rund, dass es einem unheimlich werden könnte. Aber ich will mich nicht beschweren!

Parallel haben natürlich auch die ersten Vorbereitungen für die Berge begonnen. Aktuell heißt das vor allem: lernen, den eigenen Körper einzusetzen und sich in Gelände, das ein Balancieren erfordert, umsichtig und ruhig zu bewegen. Das ist die absolute Grundlage für alles weitere, andere Anforderungen gibt es daher zunächst nicht. Von dieser Phase habe ich für die Ausbildungsreihe das erste Video zusammengestellt, dass Ihr auf dem YouTube-Kanal sehen könnt • klick hier •

Übrigens wächst die kleine »Fluse«, wie ich Loki mit seinen dringend trimmbedürftigen Locken gerade nenne, so rasant, dass er sogar schon ins Abseilgeschirr passt – in kleinster Einstellung, aber es sitzt. Gut gebrauchen können wir das bereits in wenigen Tagen, denn er kommt zum ersten Mal mit zum Klettern. Und zwar an richtigen Fels!

Die erste Woche im neuen Reich

Die erste Woche im neuen Reich

Da ist er nun hereingewirbelt, der wilde Loki! Gänzlich unbefangen und ziemlich selbstverständlich hat er alles in Besitz genommen und auch gleich einen Vorgeschmack auf vieles von dem bekommen, was ihn in seinem Leben bei uns erwartet. Es sind schon ganz schön viele Lektionen, die ein junger Hund nach dem Umzug in das neue Zuhause so lernen muss – schließlich ist er erst im Alter eines Kindergartenkindes. Für Loki sind die wichtigsten aktuell:

  •  Zimmerpflanzen werden nicht gefressen
  •  Schuhe/Kleidung/Möbel/Besen/Menschen sind nicht zum Annagen da
  •  Teppiche möchten nicht durch die Gegend geschleift werden

Auf der anderen Seite hat er fröhlich-hüpfend und teils mit vorsichtigem Mut, teils aber auch ganz schön keckem Selbstbewusstsein so viel erlebt in den letzten Tagen:

  •  Nachbarshunde bespielt
  •  kleine Gassirunden durchs Feld gedreht
  •  Erstkontakt zu Pferden und Schweinen hergestellt
  •  Tierarzt bezirzt
  •  in der Schnupperstunde die Welpengruppe aufgemischt

Das alles klappt altersentsprechend super prima. Ein bisschen Arbeit haben wir noch mit:

  •  Auto fahren
  •  Bedeutung von Sprache begreifen
  •  darauf aufmerksam machen, dass er „mal muss“
  •  Wasser lieben lernen

Der kleine Mann schlägt sich insgesamt toll, ziemlich nach meinem Geschmack: Er ist sehr offen, frei und unbeschwert, aber nicht kopflos, und – was mich natürlich besonders freut – turnt äußerst geschickt über die Hänge und Geländeabsätze im Garten. Ich kann die Bergausbildung kaum abwarten!

 

 

PS. Und wer das erste Ausbildungsvideo nicht abwarten will, um den kleinen Racker in Bewegung zu sehen, kann sich hier schon einmal einen Vorgeschmack auf den bald fertigen nächsten Blogbeitrag holen: Geschenke auspacken mit dem Nachwuchs-Bergdale • klick hier •

 

Bald ist Schluss mit ruhig und beschaulich

Bald ist Schluss mit ruhig und beschaulich

Die Tage der Ruhe sind gezählt – in wenigen Tagen zieht der Kleine ein! Das wird eine ganz schöne Umgewöhnung, nachdem es seit Luzies Tod so sehr still war im Haus (auf das man durch Corona auch noch ziemlich beschränkt ist). Und die letzten Jahre war die reifere Dame ja nun auch keine Knalltüte, die nur Unsinn im Kopf gehabt hätte …

Bis dahin klettert der Kleine bei seiner Züchterin noch weiter auf dem großen Hindernisparcours herum und ahnt nicht, was ihm bei uns blüht. Das Getragenwerden haben wir bei unseren Besuchen aber bereits ein bisschen geübt, und anfangs ein bisschen unheimlich, hat er sich schon recht gut damit angefreundet.

Schneller jedenfalls, als wir uns auf einen Namen geeinigt haben. Nicht der offzielle Name – der war trotz X-Wurf ja früh gefunden. Nein, der Rufname war dieses Mal eine echte Hürde. Waren wir bei Luzie damals ganz fix einer Meinung, haben wir uns nun in einem wochenlangen Namens-Ping-Pong rund 100 Vorschläge um die Ohren gehauen. Und nun wird bei uns einziehen …

… Trommelwirbel …

… ein kleiner Loki! Die nordische Sagengestalt ist nicht unumstritten, aber schließlich hat alles im Leben gute und weniger gute Seiten. Und wir haben ein Faible für das, was nicht glattgebügelt überall reinpasst. Passt also!

Möge uns der Gott des Feuers (Temperament), des Schabernacks (Airedale) und der Wandlung (Bergbegleithund, Reitbegleiter, Jagdgehilfe, Trailer, Grundstücksbewacher, Lebenskumpel, Alltagsclown und wer weiß, was sonst noch) viele, viele Jahre lang gewogen sein.

Bergdale, the next generation

Bergdale, the next generation

So, es ist soweit – „the next Bergdale“ wird demnächst einziehen! Der kleine Mann wurde am 30. Januar bei unserer bewährten Züchterin geboren, wo auch Luzie herstammte. Derzeit noch rufnamenlos, stellt er mit seinem offiziellen Namen gleich mal klar, was Sache ist: In den Papieren steht, wie es sich für einen Bergsteiger gehört, „X-ing Mountains“!

Was ich hier so einfach schreibe, fühlt sich teils ganz und gar nicht leicht an, denn ich vermisse Luzie unvermindert, wenn auch nach und nach anders als noch im Herbst. Der Kleine zeigt derweil schöne Anlagen – er ist sehr vorsichtig bei allem Neuen, schaut sich das besonders gründlich an, und sobald er entschieden hat, dass alles in Ordnung ist, geht er völlig unbefangen und frei damit um. Toll!

Ein neuer Bergdale-Kalender ist da – „Berg-Hunde-Sport“!

Ein neuer Bergdale-Kalender ist da – „Berg-Hunde-Sport“!

Der letzte Bergdale-Kalender ist schon lange her, und die vergangenen eineinhalb Jahre waren ja sehr von der Sorge um Luzie und dem Kümmern um sie geprägt. Fotos rückten in den Hintergrund. Gerade die Bilder von unserem letzten Tourensommer 2018, die ich mit Blick auf den im „working-dog magazin“ erschienenen Artikel ‚Wo täglich das Murmeltier grüßt. Mit ausgebildetem Bergbegleithund auf alpinen Hochtouren‘ gemacht hatte, lagen nur noch ungenutzt herum. Nicht einmal der Artikel selbst ist noch erhältlich, denn das Magazin ist zwischenzeitlich eingestellt worden – leider, denn an der unangefochtenen Qualität dieser Fachzeitschrift lag es nun wirklich nicht.

Was macht man also, wenn man seinen Hund so endlos vermisst und „dank“ Corona auch nicht einmal dazu kommt, hundelose Hochtouren zu machen? Ich habe mich tief in den Bergdale-Fotos vergraben, vor allem denen von unserer letzten Tour – und als Reminiszenz an meine so sehr fehlende, vierbeinige Tourenpartnerin einen neuen Bergdale-Kalender zusammengestellt: „Berg-Hunde-Sport“! Und auch wenn ich bei jedem einzelnen Bild unwillkürlich denke, dass es ein weiter Weg wird, bis der oder die Nachfolger/in so intuitiv durch die Berge turnt und unser Mensch-Hund-Team so komplettiert, wie Luzie es konnte, so freue ich mich jeden Tag ein bisschen mehr über die Erinnerungen an „meine Süße“, die ich dankbar wie einen Schatz hüte.

Hier geht es zum Kalender, der in Kürze auch über den gesamten Buchhandel erhältlich ist: https://www.calvendo.de/galerie/berg-hunde-sport/

 

Der Bergdale ist zu seiner letzten Tour aufgebrochen

Der Bergdale ist zu seiner letzten Tour aufgebrochen

Wie schreibt man das? Einen Nachruf auf den besten aller Hunde, Airedales, Bergdales? Generell „meine Beste“, wie ich Luzie mit den Jahren immer öfter genannt habe? Vielleicht einfach von vorn.

Die vergangenen zweieinhalb Monate

Wie ich im letzten Blogbeitrag Ende Juni geschrieben hatte, haben die Alterserscheinungen langsam angefangen, Ernst zu machen, und sie hatte inoperablen Krebs. Ihr wirklich sehr, sehr guter Tierarzt hatte bereits Anfang des Jahres nichts mehr für sie tun können, damals hätte sie vielleicht noch zwei Monate gehabt. Erfahrene Onkologiespezialisten konnten den Tumor zum Stillstand bringen und damit noch ein weiteres halbes Jahr sehr lebenswerten Lebens oben draufpacken – und auch wir haben davon jede Sekunde genutzt und genossen.

Im August haben Augen und Ohren dann extrem nachgelassen, und zeitgleich hat die Krebsmedikation ihre Wirkung verloren. Bis zum letzten Abend hat Luzie mit Genuss gefressen, zum Gassigehen vom Grundstück heruntergedrängelt und unterwegs stur und vehement ihr Bällchen eingefordert – alles im verlangsamten Tempo des alten Hundes. Am Morgen des 8. September hat ihr Körper dann aufgegeben, und zusammen mit dem Tierarzt ihres Vertrauens haben wir sie auf die Reise geschickt, um ihr stundenlanges Leiden zu ersparen. Begraben haben wir sie an einem der schönsten Plätze der Welt, wo sie selbst immer gern war und umgeben ist von anderen Hunden der Familie.

Wie geht es nun weiter?

Nun sitze ich hier und kann – will – mir nicht vorstellen, wie es ohne Luzie sein soll. Hier zu Hause nicht, am Berg nicht. Sie fehlt überall und in jedem Moment. Immer war sie dabei gewesen, seit Juli 2008, bei allem, was wir in den Bergen und außerhalb erlebt haben. Jemandem, der Hunde hat, brauche ich nicht zu erzählen, wie es ist, wenn man die Kühlschranktür öffnet und sich hinter dem Rücken nicht wie von Geisterhand ein Hund materialisiert, der bis eine Millisekunde zuvor noch in einem anderen Stockwerk tiefschlafend lautstark geschnarcht hat. Oder wenn man in eine leere, stille Wohnung nach Hause kommt. Oder man gedankenlos weggehen kann, egal wie lang. Oder, oder.

Oder wie es ist, eine Bergtour ohne unser eingespieltes Dreierteam zu planen. Der Gedanke, unbekannte Wege zu entdecken oder die bekannten Wege zu begehen und auf „unseren“ Hütten anzukommen, bei Wirtsleuten, die uns lange kennen, und sich darauf zu freuen, ohne Luzie, gibt mir im Moment das Gefühl, eine Verräterin zu sein. Das wird alles noch eine Zeit brauchen.

Auf der anderen Seite hat es natürlich schon länger den ein oder anderen Gedanken daran gegeben, wie es sein wird, den nächsten Bergdale auszubilden: Wo es Trainingsmöglichkeiten gibt, wie wir neue gestalten können, was wir wieder genauso machen, was anders – die ersten Ideen sind gesammelt. Aber jetzt kann ich nur sagen: jetzt noch nicht. Die nächsten Wochen und Monate werden wir uns an das Leben ohne Luzie gewöhnen (müssen), um dann einem anderen Airedale überhaupt eine faire Chance geben zu können. Noch ist das nicht möglich.

Luzie war und ist für mich in meinem Herzen einfach …

… die Süßeste. Sie hatte einfach dieses besonders süße Gesicht, von klein auf. Bis zum Schluss. Auch dieses unglaublich süße Kopf-Schief-Legen. Und dabei stehe ich eigentlich gar nicht auf süß.

… die Sonnigste. Sie hatte ein unendlich sonniges Gemüt. Immer gut gelaunt, immer alles weggesteckt, egal wie viele OPs oder was auch immer. Und dabei bin ich selbst oft eher melancholisch veranlagt.

… die Schönste. Sie hatte bis zu ihrem letzten Abend diese Elastik in ihrem harmonischen, zierlichen Körper. So unendlich viel Gummi im Stand und in der Bewegung. Eleganz verpackt in eine Form, die schon ganz schön nah am angepeilten Rasseideal war.

… die Schlaueste. Nicht diesen unbändigen „will to please“ eines Schäferhunds, sondern echtes eigenes Mitdenken und eine unglaubliche soziale Intelligenz innerhalb unseres gemischten Mensch-Hund-Rudels. Wortloses Verständnis in so vielen Situationen – nicht nur von Mensch zu Hund, sondern eben auch von ihr zu uns. Die alles, was sie nicht kannte, mit der Nase angestupst und, neugierig-beobachtend, mit großem Bedacht untersucht hat.

… die Geschickteste. Wer sie im Berg erlebt hat, hätte meinen können, am Airedale seien Steinböcke beteiligt gewesen. Ein körperliches Vermögen und eine mentale Lust auf die Bewegung in drei Dimensionen und auf allen Untergründen, dass einem die Spucke wegbleiben konnte.

… die Zäheste. Bei unserem erfahrenen Tierarzt hält sie den OP-High Score. Mit großem Abstand. Zehn Wochen nach ihrem schweren Unfall, bei dem sie unter anderem die Milz und eine Niere verlor, begleitete sie uns begeistert und problemlos auf einer schweren mehrtägigen Bergtour. Nie hat sie geklagt oder gezaudert (s. „die Sonnigste“). Und nicht ein einziges Mal brauchte sie einen Trichter, um Verbände oder Nähte in Ruhe zu lassen. Nicht nachts, nicht wenn sie allein war.

… die Verfressenste. Dieser Hund hatte immer Hunger, auf alles. Nie stand zur Diskussion, „ob“ sie fressen würde, auch nicht nach OPs, Unfällen, sonstwas. Die Frage war nur: Wann gibt es was, wie oft und wird es genug sein?

… die Bekloppteste. Ich sag nur – Bällchenwahnsinn. So war sie „privat“, wenn sie nicht in den Bergen rumturnte. Frei nach dem Motto: Ein Leben ohne Bällchen ist möglich, aber sinnlos. Für ihr Bällchen hätte sie wohl ihre Mutter verkauft. Übrigens auch für Käse (s. „die Verfressenste“). Ach ja, und getaucht ist sie auch.

… die Beschützendste. So süß, so freudig gegenüber Boten, die ja etwas bringen – so kompromisslos wachsam war sie vor allem nachts. Mit ihr brauchte man keine Angst haben. Es sei denn, man war Einbrecher oder führte Böses im Schilde.

… die Beruhigendste. Ihre unerschütterliche Präsenz, das unaufdringliche Kontaktliegen. Nichts hatte eine beruhigendere Wirkung auf mich als Luzie. Und – Hundemenschen erzähle ich da nichts Neues – die Gerüche und Geräusche eines Hundes im Hintergrund. Und ja, der Airedale ist „gesprächig“.

… die, für die ich meine Hand ins Feuer gelegt habe. Ob bei Wildkontakt, neugeborenen Säuglingen, älteren Kindern, Uropas, bei mir selbst oder bei anderen Hunden. Ob zu Hause, im Auto oder in fremden Hotels. Immer. Ohne Verbrennungen.

Also: die Beste. So einfach ist das.

 

  

 

Luzie und die Bergdale-Seite auf Facebook
https://www.facebook.com/der.Bergdale

Luzie und der Bergdale-Kanal auf YouTube
https://www.youtube.com/user/alpinedale

Luzie als Model auf Kalendern, Leinwanddrucken und Puzzlen
https://www.calvendo.net/de/autor/Antje-Becker?page=0&sessid=978219&languages=DE&sort=relevance

Luzie im working-dog-Portal
https://www.working-dog.com/dogs-details/183643/Up-She-Goes-von-der-Locher-M%C3%BChle

 

Zum ganzen Video mit Ton und spektakulären Touren hier entlang!

Große Pfotenabdrücke

Bergdale FitnessIn diesem Jahr waren Bergtouren bisher nicht nur jahreszeitbedingt kein Thema, da das neuartige Coronavirus ohnehin alles blockiert hat. So langsam öffnen nun wieder die Grenzen und auch die Berghütten, wenn auch weiterhin mit Einschränkungen – doch für uns wird es 2020 keine Touren mit Hund geben: Der Bergdale ist auf dem Altenteil. Was eigentlich kein Wunder ist, da Luzie Anfang Mai ihren zwölften Geburtstag gefeiert hat – und Airedales werden typischerweise etwa zwölf bis 13 Jahre alt, mehr ist nicht die Regel. Dabei ist auch kein Wunder, dass sie noch vor zwei Jahren ordentliche Hochtouren mit uns gemacht hat, denn Airedales bleiben häufig lange fit und altern dann sehr schnell. Und doch ist es ein kleines Wunder, dass Luzie ein so normales Alter erreicht hat.

Wer sie von früher aus zwei Airedale-Foren kennt, weiß um ihre Geschichte: Mit drei Jahren wurde sie bei einem Unfall von einem Auto überrollt. Luzie verlor die Milz und eine Niere und hatte weitere Verletzungen, die sie nur mit wahnsinnig viel Glück und  kompromissloser Zähigkeit überlebte. Dank ihres schier unendlich sonnigen Gemüts steckte sie alle Verletzungen, Erkrankungen und Operationen immer wieder weg, als sei das alles das Normalste der Welt. Glücklicherweise verträgt sie alle Medikamente und ignoriert Verbände und Nähte – sie braucht keinen Trichter. Seit der ersten Operation nach dem Unfall hatte sie über die Jahre weitere neun schwere chirurgische Eingriffe; knapp die Hälfte davon indirekte Unfallfolgen wie ein perforierter Dünndarm, der Rest andere unschöne Dinge wie eine Pyometra oder ein Mammatumor. Insgesamt vier Mal hatte sie Krebs, und den letzten, jetzt, wird sie nicht mehr loswerden.

Bergdale SonnenanbeterinAlso pflegen und betüddeln wir unsere Alpin-Rentnerin, lassen ihr die medizinische Behandlung zukommen, die ihr am Besten tut, und versuchen, unsere gemeinsame Zeit zu genießen, so viel es geht. Die vielen kleinen und auch nicht so kleinen Dinge, die bei anderen Hunden so schleichend schlechter werden, wenn sie altern, dass man es kaum bemerkt, haben Luzie ziemlich holterdiepolter eingeholt. Langsamer ist sie geworden, Augen und Ohren haben ein bisschen nachgelassen, die Rute ist steifer, und nach ihrem heißgeliebten Bällchen rennt sie zwar immer noch – das mit den wilden Sprüngen beim Fangen ist aber deutlich zahmer geworden. Und während sie inzwischen eine Meisterin darin geworden ist, auf den Punkt Sonnenenergie zu tanken, haben sich andere Dinge kein bisschen geändert: ihr unerschütterlicher Hunger und ihr fröhlicher, verschmitzter Humor. Hildegard und Loriot lassen grüßen.

Bergdale HumorAuch wenn nach ihrem Unfall keiner der medizinischen Experten geglaubt hätte, dass Luzie derartige körperliche Leistungen bringen würde, wie sie es im Berg getan hat, und dass sie einmal so alt werden würde, wie sie heute ist, und wir für beides einfach nur unendlich dankbar sind: Wie gern würden wir sie ewig bei uns haben! Dass das nicht geht beziehungsweise wir ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch die Erinnerung an sie haben werden, tut neben aller Dankbarkeit so weh. Dass wir dann wieder einen Bergdale werden ausbilden müssen (oder dürfen), wirkt im Moment entsprechend wenig erfreulich. Wir konzentrieren uns auf die Zeit, die wir gemeinsam haben, und machen sie uns so schön es irgend geht.

Bergdale EdelweissDa unser Bergdale jetzt nicht mehr in die Berge kommt, die sie zusammen mit uns über so viele Jahre so sehr genossen hat, haben wir zum Beispiel die Berge ein bisschen in den eigenen Garten geholt: Kurze, steinige Wegpassagen auf unserem kleinen Südhang haben wir schon vor Jahren gebaut, und jetzt blüht dort auch dieses prachtvolle Edelweiß (selbstredend eine legal erhältliche Zuchtform). Durch viele Beete pflügt Luzie ohne Rücksicht auf Verluste hindurch, vor allem dann, wenn sie sich ihrer wichtigen Grundstücksbewachungsaufgabe widmen muss. Um das Edelweiß aber scheint sie einen ehrfürchtigen Bogen zu machen – es würde mich nicht wundern, wenn sie sich, wie so oft, unser Verhalten im Berg abgeschaut hätte: Zu der kleinen, streng geschützten Symbolblume der Alpenvereine mit den charakteristischen Blüten halten wir immer Abstand. 

Ich schaue auf meine langjährige Tourenpartnerin, und eines weiß ich jetzt schon, auch wenn ich ihn noch nicht kenne: Der nächste Bergdale wird sehr, sehr große Pfotenabdrücke zu füllen haben.

Hier wacht der Bergdale!

Seit Längerem ist es sehr ruhig um Luzie – leider aus gutem Grund, denn der Bergdale mit seinen bald zwölf Jahren ist einerseits alpintechnisch in Rente, andererseits ist das vierbeinige Mitglied unserer Hochtourenseilschaft nicht gesund. Aber davon ein andernmal ausführlich.

Hier wacht der Bergdale Heute kam nämlich Post von PetSigns, der Tierschilder-Manufaktur.* Dort hatte ich – endlich! – ein Warnschild für unser Grundstückstor in Druck gegeben, damit nicht immer wieder verwirrte Lieferfahrer auf der Suche nach einer Haustür und Klingel (die sie am Gartentor geflissentlich übersehen) auf’s Grundstück taumeln, um postwendend vor dem inbrünstig wachenden Bergdale Reißaus zu nehmen. Und natürlich das Gartentor dabei offenstehen zu lassen. Wie schlau. Luzie nimmt aber ihre Bewachungsaufgabe ausgesprochen ernst, egal, wie süß sie gucken kann!

Jedenfalls bin ich mit dem Schild äußerst glücklich. Großes Lob an das Tierschilder-Team! Top Beratung, super Druckqualität. Und Luzie scheint nicht minder zufrieden.

 

* Für die Erwähnung und den Link bekomme ich weder Geld noch sonstige Vorteile. Ich bin einfach nur eine echt zufriedene Kundin!